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Appenweier - Ortenau
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Lage im Ortenaukreis - Symbol anklicken:
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Zeittafel
Zusammengestellt von Karl Maier
Die erste urkundliche Nennung Appenweiers erfolgte im Jahr 884. Damit zählt Appenweier zu den ältesten schriftlich überlieferten Orten im Ortenaukreis.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort Opfer schlimmster Verwüstungen, die in den folgenden Revolutionskriegen fortgesetzt wurden. 1632 wurde Appenweier von schwedischen Truppen niedergebrannt, 1689 folgten Brandschatzungen durch französische Truppen.
Im Jahr 1750 wurde die dem heiligen Michael geweihte Kirche im alten Ortskern im Rokokostil neu errichtet. Appenweier gehörte bis 1803 zum Hanauerland und kam dann durch den Reichsdeputationshauptschluss zum Großherzogtum Baden, wo es zum Amtsbezirk Kehl zählte, aus dem später der Landkreis Kehl wurde. Aufgrund der Kreisreform fiel der Ort 1973 in den Ortenaukreis.
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Nesselried
Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde Nesselried im Jahr 1115. Die ursprünglichen Orte Unternesselried und Obernesselried vereinigten sich im Jahr 1871 zu Nesselried. Genau hundert Jahre später wurde im Jahr 1971 dieser Ort nach Appenweier eingemeindet. Nesselried ist der kleinste Teilort der Gesamtgemeinde Appenweier und hebt sich von den anderen Ortsteilen Appenweier und Urloffen unter anderem dadurch ab, dass es in der Vorgebirgszone liegt mit Höhenunterschieden um die 100 Höhenmetern. Durch seine Lage, eingebettet zwischen Wald, Reben, Wiesen und Feldern ist es nicht nur als Wohngemeinde attraktiv. Nesselried war ursprünglich ein Straßendorf; entlang der Dorfstraße waren nahezu alle Häuser über eine Länge von rund 2 Kilometern angesiedelt. Mittlerweile dehnt sich der Ort, bedingt auch durch die Baugebiete, nach Norden und Süden aus. Hinzu kommen die Zinken Kohlstatt und Illental, die kleine Siedlungsbereich für sich bilden. Nesselried ist mit den wichtigsten öffentlichen Einrichtungen ausgestattet und auch die sonstige Infrastruktur gewährleistet die Grundversorgung des täglichen Bedarfs. |
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Urloffen
Urloffen wurde zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt im Jahr 1150. Im Jahr 1975 wurde die Gemeinde gegen großen Widerstand ihrer Einwohner nach Appenweier eingemeindet. "Bruchener Meerretti?" (Benötigen Sie Meerrettich?) Mit dieser Frage waren Urloffener Frauen und Männer über viele Jahrzehnte im gesamten badischen Ländle unterwegs, um die scharfe und überaus gesunde Meerrettichwurzel zum Verkauf anzubieten. Der Meerrettichanbau in Urloffen begann wohl zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Urloffen, an der Bahnlinie der Rheintalstrecke gelegen, bot den Vorteil, dass so mancher Meerrettichbauer oder dessen Ehefrau, die im Haupt- oder Nebenerwerb den Meerrettich anpflanzten, sich mit dem Zug auf den Weg machten, um ihre Erzeugnisse an der Haustür zum Verkauf anzubieten. Zwei meerrettichverarbeitende Betriebe haben den Handel und den Vertrieb der Meerrettichprodukte zusätzlich belebt. Heute sind es sogar drei Betriebe, die den Meerrettich verarbeiten und vermarkten. Der Meerrettichanbau in Urloffen hat in den letzten Jahren enorm abgenommen. Heute sind es eher die Nachbargemeinden, die den Meerrettich erzeugen und zur Verarbeitung an die Urloffener Betriebe liefern. Am Ort selbst konzentriert man sich zunehmends auf den Anbau von Sonderkulturen wie Erdbeeren, Johannisbeeren und den sonstigen Obstbau. Gerade vor wenigen Jahren hat man in der Urloffener Ortsmitte in Erinnerung an den früher so aktiv betriebenen Meerrettichanbau und -handel einen lebensgroßen in Bronze gegossenen Meerrettichmann erstellt, der die Besucher des Meerrettichortes Urloffen an die jahrzehntelange Tradition erinnern soll. |
Aufnahme: Siddhartha Finner
Sehenswert im Ortsteil Urloffen die klassizistische Sankt Martinskirche, entworfen und ausgeführt vom talentierten Weinbrenner-Schüler Hans Voss. Sie zeigt ein spätes Beispiel des für Baden typischen Klassizismus. Monumental stösst der Kirchturm aus der Vorderseite des Kirchenschiffes in die Höhe. Durchaus untypisch für den Weinbrenner-Stil ein gewisser Schmuckreichtum für die Fassaden des Langhauses. Die Urloffener Kirche zählt zu den schönsten Kirchen im Stil des Klassizismus in Baden.
Siddhartha Finner
Die Geschichte der Pfarrei lässt sich bis ins Hochmittelalter zurückverfolgen. Im Ortsteil Zimmern, dem älteren Ort, stand schon damals eine Kirche. Heute gehört sie zu den drei verbliebenen Feldkirchen in der Ortenau.
1989 wurde ihr 600 jähriges geschichtlich nachweisbares Bestehen gefeiert. In Ihr befinden sich drei Altäre aus der Barockzeit, ein Taufstein und ein Kreuz aus der Gotik und eine Pieta in Renaissancestil.
Die Kirche ist eine Wallfahrtsstätte zur Schmerzensmutter (Fest 15. September). 1833-35 wurde die Pfarrkirche St. Martin Urloffen im Weinbrennerstil (Klassizismus) als Firmkirche in der Ortenau erbaut. (Patrozinium St. Martin am 11. November).
Eine Kostbarkeit in ihr ist die Stiefelorgel aus dem Jahre 1837. Sie steht unter Denkmalschutz. Stiefel war Schüler des berühmten Orgelbauers Silbermann. Zu erwähnen sind die signierten Gemälde der beiden Seitenaltäre aus dem Jahre 1829, ein gotischer Taufstein und ein Ölgemälde. das den Kirchenpatron Sankt Martin darstellt. Dieses wertvolle Bild aus dem Rastatter Schloss ist ein Geschenk des Großherzogs Leopold von Baden. Nach Meinung des Kunsthistorikers Wingenroth soll es aus der Schule van Dyck stammen.

