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Biberach - Kinzigtal / Ortenau


Der staatlich anerkannte Erholungsort Biberach liegt im Mittleren Schwarzwald am Zusammenfluss von mehreren Wasserläufen. Rechtsseitig fließt der Erlenbach, von der linken Seite fließen Prinzbach, Emmersbach, Erzbach und Haubach in die Kinzig. Der Ort selbst liegt in 194 m Meereshöhe.
Lage im Ortenaukreis - Symbol anklicken: Lageplan Gemeinde Biberach


Rund um Biberach


Ketterrerhaus - Biberach
Das Kettererhaus

KettererhausDas "Kettererhaus", benannt nach seinem letzten privaten Besitzer, dem "Kettererschmied", ist wohl eines der ältesten und schönsten Bauwerke Biberachs. Nach der Meinung namhafter Fachleute weist der Fachwerkbau Konstruktionsmerkmale des 17. Jahrhunderts auf. Das genaue Baujahr läßt sich jedoch leider weder am Gebäude selbst noch in den Akten des Biberacher Gemeindearchivs erkennen. Heute ist in dem Gebäude das "Heimatmuseum Kettererhaus" untergebracht, in dem wertvolles heimisches Kulturgut aus den Bereichen Ländliches Arbeiten, Wohnen, Brauchtum und Vereinswesen. Der Kenner findet darin außerdem einige schöne Exponate historischen Spielzeugs.





Als kleiner Publikumsmagnet haben sich die Tavernenabende rund um das Ketterhaus herauskristallisiert. Im Flair der "Neuen Ortsmitte" hat man die Chance auf eine kleine Erholung vom Alltag bei badischem Most aus Steinkrügen, Geroldsecker Bier aus der Bügelflasche und Flammenkuchen -frisch aus dem Ofen- sowie weiter Speisen, die auf den jeweiligen Anlass abgestimmt sind. Den kulturellen Rahmen wird von verschiedenen Künstlern aus der Region gestaltet. So waren unter anderem zu Gast: "Die Riedewanzen", "Helmut Dold", "Modi Vivendi".

Im Rathaus Prinzbach befindet sich die "Stadtkammer", in der einige bemerkenswerte Fundstücke und Kleinode aus der Geschichte der ehemaligen Bergwerksstadt Prinzbach untergebracht sind.

Die Geschichte der Gemeinde Biberach im Kinzigtal

Name

Die Herkunft des Ortsnamens "Biberach" ist bis heute nicht geklärt. Die Deutungen gehen in mehrere Richtungen. Hansjakob in "Bauernblut" und Ludwig Heizmann in seiner Heimatstudie vom Amtsbezirk Offenburg führen den Ortsnamen auf die vielen Biber in der Kinzig zurück. Andere Sprachforscher meinen, der Name Biberach sei keltischen Ursprungs. Dafür spricht, dass andere keltische Orte mit den Namen "Bibrax" und "Bibracte" bekannt sind. Es gibt aber bis heute keine handfesten Beweise dafür, dass Kelten in Biberach gelebt haben. Eine andere Deutung leitet sich aus der Lage Biberachs zwischen zwei Wasserläufen her. Die älteste überlieferte Schreibweise Biberachs "Biberaha", urkundlich erwähnt im Jahre 1222, könnte sich aus bi = zwei und aha = Wasser zusammensetzen.

Wappen und Logo


Wappen Biberach
Bis Ende des 19. Jahrhunderts hatte Biberach ein anderes Wappen als das heutige verwendet. In älteren Siegeln wurde ein Wappen mit grüner Tanne, schwarzem Stamm und Wurzeln auf blauem Grund verwendet. Am Haupteingang des 1913 erbauten Rathauses ist jedoch bereits ein anderes Logo zu sehen, das nach jahrzehntelanger Verwendung der Gemeinde Biberach am 3. Oktober 1969 durch das Innenministerium Baden-Württemberg staatlich verliehen wurde. In der Urkunde wird das Wappen wie folgt beschrieben: "In Grün eine bewurzelte silberne (weiße) Linde, vor deren Stamm kauernd ein silberner (weißer) Biber, der in den Vorderpfoten ein silbernes (weißes) Holzstück hält". Die Gemeinde Biberach entwickelte später ein Stadtlogo, es zeigt den Schriftzug "Biberach - Ein schönes Stück Schwarzwald" überspannt von der Silhouette eines Bibers.

Herrschaftsgeschichte

Biberach gehörte als Stabgemeinde ab Ende des 13./ Mitte des 14. Jahrhunderts bis zum Jahre 1802 zur Reichsstadt Zell am Harmersbach. Dem Reichsstift Kloster Gengenbach blieben in Biberach zahlreiche Rechte erhalten, so dass die Biberacher einen jährlichen Zehnt zu entrichten hatten. Mit der Aufhebung des Reichstiftes im Jahre 1803 wurde die badische Landesherrschaft Zehntherr der Biberacher. Durch die Ablösung des Groß- und Kleinzehnts ab 1838 löste man sich vom Anbauzwang für Früchte des Großzehnts, die freie Bebauung von Grund und Boden war möglich. Ab 1504 übte Biberach für die Freie Reichsstadt Zell am Harmersbach das Wasser- und Strassenzollrecht aus. Diese Einnahmen stellten eine wichtige Finanzquelle für die Zeller dar, bis die Reichsstadt dem 1803 neugegründeten Großherzogtum Baden einverleibt wurde. Am 15. Juni 1803 wurde Biberach von allen Eiden und Pflichten gegen die Stadt Zell befreit und in die Selbständigkeit entlassen. Prinzbach gehörte damals zur Grafschaft Hohengeroldseck, bis es 1819 schließlich auch badisch wurde. Biberach gehörte zum Landkreis Wolfach, während Prinzbach zum Landkreis Lahr gehörte. Mit der Kreisreform im Jahre 1973 wurden sowohl Biberach als auch Prinzbach Gemeinden des Ortenaukreises, der Zusammenschluss zu einer Gesamtgemeinde erfolgte im Jahre 1974 mit der Eingemeindung Prinzbachs.

Geschichte Prinzbachs

Der Ortsteil Prinzbach hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Möglicher Gründungszeitraum für das Bergdorf sind die Jahre 1100-1200, bereits damals wurde die erste Kirche gebaut. Im Jahr 1257 wurde Prinzbach erstmals urkundlich in den Jahrbüchern des Dominikanerklosters in Colmar im Zusammenhang mit großen Silberfunden erwähnt, die gefundene Menge Silbererz soll sehr groß und gewinnbringend gewesen sein. Die Prinzbacher Bürger konnten sogar dem Bischof von Straßburg ein Darlehen geben. Das ehemalige Bergdorf entwickelt sich schnell zu einer so genannten Bergstadt, baute eine eigene Infrastruktur auf und begann zum Schutz vor Angreifern sogar mit dem Bau einer bis zu 10 Meter hohen Stadtmauer. Teile dieser Stadtmauer wurden saniert und können noch heute in Prinzbach besichtigt werden. Nach einer Blütezeit mit mehrfacher urkundlicher Erwähnung reicher Prinzbacher Adliger geht der Ertrag des Silberbergbaus spürbar zurück. Prinzbach wird zerstört und erreicht erst durch ein im Jahr 1493 bekannt werdendes Heilbad wieder eine gewisse Berühmtheit. 1560 wird die Pfarrei Prinzbach von den Herren von Geroldseck mit protestantischen Geistlichen besetzt. Ab 1600 ist Prinzbach wieder ein reines Bauerndorf, gelegentliche Grabungen nach Silber bleiben erfolglos. Nach dem Erlöschen der Familie Geroldseck 1634 kam Prinzbach zu Vorderösterreich und als Lehen an die Familie von der Leyen. 1819 kam der Ort mit dem Fürstentum von der Leyen zu Baden. Biberach gehörte dort zum Bezirksamt Wolfach, dem späteren Landkreis Wolfach, der 1973 im Ortenaukreis aufging. Prinzbach hingegen gehörte zunächst zum Bezirksamt Lahr, wechselte dann 1939 aber in den Landkreis Wolfach, aus dem es 1945 in den Landkreis Lahr umgegliedert wurde. Seit 1973 gehört dieser Ortsteil ebenfalls zum Ortenaukreis. Ab Beginn der Fünfzigerjahre wurde Prinzbach aufgrund seiner ruhigen, landschaftlich reizvollen Lage zu einem gerne besuchten Ferien- und Erholungsort.

Das Wappen Prinzbachs


Wappen Prinzbach
Das Prinzbacher Wappen wird durch die ehemalige Herrschaft der Geroldsecker über Prinzbach und den Bergbau geprägt. Das Wappen hat folgende Beschreibung: "In Gold ein roter Querbalken, begleitet von drei schwarzen Hämmern (2 in der oberen und einer in der unteren Wappenhälfte). Die Hämmer stellen sog. Bergeisen dar.

Flößerei auf der Kinzig Biberach war durch seine Lage am Zusammenfluss von Erlenbach und Kinzig von wesentlicher Bedeutung für die Kinzigflößerei. Es stellte die Verbindung zum waldreichen Nordrach-/Harmersbachtal her. Weil die Strassen in einem katastrophalen Zustand waren, kam für den Transport des Holzes nur der Wasserweg in Frage. Die Flößerei entwickelte sich prächtig, in Wolfach wurde 1470 eine Floß- und Zollordnung und im Jahre 1527 eine Schifferordnung erlassen. Nach einem zweiten Höhepunkt der Flößerei Mitte des 19.Jahrhunderts endete der Holzhandel auf dem Wasserweg Ende des 19. Jahrhunderts mit Einführung der Eisenbahn. Im Jahr 1895 fährt das letzte Floß auf der Kinzig.

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