Aus Offenburg
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Josef Vitus Burg - 1768 bis 1833
Dem Großherzog empfahl sich Burg durch seine positive Eistellung zum Staatskirchentum. Nach dem Wiener Kongress hatte Burg entscheidend an der Schaffung der Landesbistümer mitgewirkt und durch seine Vertragsentwürfe die Grundlagen für einen Kompromiss zwischen den Ansprüchen des Staates und den pastoralen und kanonischen Positionen der römischen Kurie geschaffen. Der erfahrene Diplomat, der ein gutes, auf gegenseitiges Vertrauen gegründetes Verhältnis zum Großherzog pflegte, hatte eine größere Unabhängigkeit in kirchlichen Angelegenheiten als seine Amtsbrüder in den anderen Landesbistümern der Oberrhreinischen Kirchenprovinz. Er erkannte an, dass dem Staat ein "oberherrliches Schutz- und Aufsichtsrecht über die katholische Landeskirche" zusteht.
Manche Kompromisse, die der Bischof mit dem Staat schloss, fanden besonders bei dem konservativen, seit Bischof Colmar bestehenden "Mainzer Kreis", der sich gegen die aufgeklärte rationale Theologie wandte, eine kritische Bewertung. Kein Verständnis zeigte dieser Kreis dafür, dass Bischof Burg der Verlegung der theologischen Priesterausbildung an die Landesuniversität im protestantischen Gießen zustimmte. Andererseits erreichte Bischof Burg, dass das katholische Lehrerseminar in Bensheim/ Bergstraße und die katholische Volksschule erhalten blieben. Bischof Burg ernannte den ehemaligen Bistumsverweser Humann zum Domdekan und Generalvikar und kam damit den konservativen Kräften entgegen. Bischof Burg pflegte enge und persönliche Kontakte zu den Priestern seines Bistums. Er verstand es, das neue, aus Gebietsteilen mit unterschiedlichen Traditionen zusammengefügte Bistum zu einer Einheit mit einer eigenen Identität zu formen. Er starb 1833 in Mainz und wurde im Dom begraben.
Weblinks:
regionalgeschichte.net
Konradsblatts Nr. 2 vom 13.01.2002